Für die Guarani ist ihr Land der Ursprung allen Lebens. 
         
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Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

letzten Monat erzählte uns die Guarani-Gemeinde Pyelito Kuê von ihren Plänen, eine „retomada“ durchzuführen. Zur Vorbereitung der Wiederbesetzung ihres angestammten Landes versammelten sich Männer, Frauen und Kinder in ihrer oca, dem Gemeinschaftsgebetshaus. D
ort tanzten, sangen und beteten sie – unter Anleitung ihres spirituellen Ältesten – und forderten Mut und Hoffnung für eine bessere Zukunft auf ihrem Land.

Nachrichten über eine bevorstehende retomada bedeuten immer eine angespannte und beunruhigende Zeit für 
uns hier bei Survival. Nach mehreren Versuchen, die Gemeinde zu kontaktieren, sprachen wir schließlich mit ihrem Anführer Marcio. Marcio war zuvor zusammen mit zirka 30 Verwandten entführt worden. Sie wurden auf der Ladefläche eines Lastwagens zusammengetrieben, weggefahren und schließlich an einem Straßenrand entladen.

Marcios Botschaft an uns war die folgende: „Es ist schrecklich hier. Die Täter griffen uns inmitten der Nacht an. Sie ve
rbrannten all unsere Sachen. Sie schossen auf uns. Einige meiner Verwandten wurden verletzt und viele Menschen flohen. Ich weiß nicht, wo sie sich jetzt befinden oder wie es ihnen geht.“

Marcio entkam nur knapp. Denn Guarani-Anführer werden einer nach dem anderen durch systematische Angriffe ermordet. Semião Vilhalva, Anführer einer Nachbargemeinde, wurde von Bewaffneten, die durch Viehzüchter angeheuert worden waren, vor erst drei Wochen ermordet.

Retomadas sind wirklich schauererregend. Es braucht unglaublichen Mut, um sich den feindlichen Viehzüchtern und bewaffneten Männer, die täglich auf die Guarani schießen, zu stellen. Man fragt sich – warum 
tun sie es doch? Warum sind immer mehr Guarani bereit, solche retomadas durchzuführen?

Die Guarani sind müde ... sie sind müde, weiterhin auf Gerechtigkeit und die Erfüllung der Regierungsversprechen zu warten. Laut der brasilianischen Verfassung hätten sie ihr angestammtes Land bereits 1993 zurückerhalten müssen. 22 Jahre später sind jedoch viele Guarani immer noch land- und mittellos. Zusammengedrängt auf winzige Flächen Land – oft entlang eines gefährlichen Straßenrandes – leiden die Guarani unter Umweltverschmutzung, Krankheit, Hunger und einer der höchsten Selbstmordraten der Welt.

Während des Angriffs zerstörten die Täter auch die Kommunikations-Ausrüstung aus Survivals „Tribal-Voice“-Projekt. Diese bahnbrechende Initiative ermöglichte es den Guarani bisher, sich mit ihren Anliegen direkt an die Außenwelt zu wenden. Wir arbeiten bereits daran, den Kontakt zu der Gemeinde so schnell wie möglich wiederherzustellen. Denn sie darf nicht zum Schweigen gebracht werden.


Trotz allem bleiben die Guarani standhaft. Marcio sagte zu uns: „Wir werden alles Nötige tun, um unser Land zurückzubekommen. Wir werden nicht aufgeben.“ 

Um unseren Einsatz für die Landrechte der Guarani fortzusetzen, brauchen wir heute dringend
Ihre Unterstützung. Als Organisation sind wir fast vollständig von der Großzügigkeit einer besorgten Öffentlichkeit abhängig. Angesichts der Vielzahl wohltätiger Zwecke ist unsere Form der Mittelbeschaffung leider nicht einfach. Jedoch gewährleisten wir auf diese Weise, dass uns Regierungs- und Unternehmensinteressen nicht beeinflussen können.

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung.


Nadja Saborowski
Vorstandsmitglied, Survival International Deutschland 

 
     
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