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Jubiläumsnewsletter 2020
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Soup and Socks
4 Jahre Habibi.Works - Wo stehen wir?
[Please find the ENGLISH VERSION below]
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
 
Euer Projekt Habibi.Works feierte in diesem August sein vierjähriges Bestehen. Und das inmitten der Corona-Pandemie und inmitten eines großen Wandels innerhalb des Teams. Vier Jahre, während derer tausende Menschen durch die große, blaue Doppeltür von Habibi.Works und durch seine Werkstätten gezogen sind, dort unzählige stolze Projekte realisiert und Momente der Solidarität und Begeisterung erlebt haben. Wie können diese vier Jahre zusammengefasst werden? Wie sieht die Lage derzeit aus? Welche Schritte stehen an? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich euer Jubiläumsnewsletter.  
Teil 1, Rückblick: Vier Jahre Habibi.Works
Kreativ-Atelier und Holzwerkstatt - 2016 und heute
Wie lassen sich die letzten vier Jahre zusammenfassen? Es gibt so viele Geschichten, Erfolge und Lernerfahren zu verbuchen...

Versucht man, die Erfolge des Projekts in Zahlen abzubilden, so ergeben sich beeindruckende Summen. Hier zwei Beispiele: 

Allein in der Holzwerkstatt, nur einer von 10 Werkstätten im „Makerspace“ realisierten Männer und Frauen über vier Jahre hinweg pro Woche durchschnittlich 15 eigene Projekte. Das sind 3120 Schuhregale, Baby-Wiegen, kleine Tische, Hocker und Kisten. Gegenstände also, die jemand mit den eigenen Händen und prüfendem Blick angefertigt und dann ermutigt von Habibi.Works in das benachbarte Camp von Katsikas getragen hat. 3120 Erfolgsmomente also, mit denen nicht nur die Lebensbedingungen erheblich verbessert wurden, sondern durch die auch die Autonomie über den eigenen Alltag zunahm. 

In der Radwerkstatt, einem anderen Arbeitsbereich, wurden seit 2016 mindestens 7280 Fahrräder repariert. Das sind 7280 Fälle, in denen eine Person dank der Möglichkeit, die Reparatur selbst und kostenlos vorzunehmen, wieder für viele Monate unabhängig und mobil war. 
 
Doch die positive Wirkung des Projekts geht über Zahlen wie diese weit hinaus. Der Zugang zu Bildung und die mentale Gesundheit sind in diesem Kontext von größter Bedeutung - und Erfolge lassen sich nicht in Science-Wednesday-Klassen oder IT-Workshops, MediaLab-Sessions  oder gemeinschaftlichen Mittagessen berechnen. Hier sprechen unsere Beobachtungen und die Rückmeldungen der Nutzenden von Habibi.Works eine eindeutige Sprache: Einhundert Prozent der Teilnehmenden einer von uns durchgeführten, anonymen Umfrage bestätigten, dass Habibi.Works einen wichtigen, positive Beitrag zu ihrer mentalen Gesundheit und ihrem Wohlergehen leistet.
Das Projekt berührt nicht nur die Leben von geflüchteten Menschen, sondern hat auch eine Wirkung auf die unzähligen Expertinnen und Experten, Teammitglieder von Habibi.Works, ihre Familien und die fantastischen Unterstützerkreise zu Hause. Das Netzwerk aus Individuen und gleichgesinnten Organisationen umspannt spätestens seit dem Facebook Community Leadership Project nicht mehr nur Europa, sondern den gesamten Globus.
Vier Jahre sind für ein Projekt in diesem dynamischen, instabilen Kontext eine sehr lange Zeit. Das ist definitiv ein Grund zu feiern – und ein Grund, voller Tatendrang in die Zukunft zu blicken!
 
Teil 2: Aktuelle Lage und Ausblick - Motiviert trotz erschwerter Bedingungen
 
Aktuell bereiten uns steigende Zahlen von Corona-Fällen in Griechenland und der Ausbruch des Virus‘ im Camp Moria auf Lesbos Sorgen. Die Stimmung im Land ist angespannt und für Organisationen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten, gestaltet sich der Alltag durch mehr oder minder sinnvolle Regierungsbestimmungen zunehmend schwierig. Doch wir lassen nicht locker.
In diesen Tagen landen in Griechenland die ersten Mitglieder eines neuen, großen Teams, das in alle Bereiche von Habibi.Works eingebunden werden soll, von der Koordination über die Holzwerkstatt und das MediaLab, bis hin zur Buchhaltung. Wir sind gespannt und können es kaum erwarten, euch im nächsten Rundschreiben von den ersten Schritten mit den neuen Expertinnen und Experten zu berichten!
Am 1. September konnten einige Arbeitsbereiche auch im Gebäude von Habibi.Works wieder in stark eingeschränkter Form anlaufen. Die entsprechenden Werkstätten sind für je zwei Nutzende und ein Teammitglied unter social distancing und dem Tragen einer Maske zugänglich. Eine gut strukturierte Terminvergabe stellt sicher, dass alle, die dringende Reparaturen zu erledigen haben, im Laufe der nächsten Wochen Zugang zu den verschiedenen Werkstätten erhalten.
Faktoren, die derzeit den Arbeitsalltag erschweren, sind unter anderem die angespannte politische Lage und die Stimmung gegen NGOs. Bereits jetzt wird in Griechenland mit zweierlei Maß gemessen: Mit dem einen für Touristen und Einheimische, mit dem anderen für geflüchtete Menschen. Es steht zu befürchten, dass Regierungsbehörden das neue Coronavirus als Legitimationsgrundlage für Mechanismen benutzt, die nicht dem eigentlichen Schutz und der Gesundheit der Geflüchteten, sondern ihrer Kontrolle dienen. Auch den Organisationen, die mit Geflüchteten Menschen arbeiten, wird das Vorgehen zunehmend erschwert. Dass es vielen griechischen Behörden nicht um die Gesundheit von Geflüchteten geht, wurde spätesten mit der zwangsweisen Schließung des einzigen Corona-Quarantäne-Zentrums auf Lesvos bewiesen, eingerichtet ursprünglich durch die Organisation Ärzte Ohne Grenzen.

Wir haben mit jedem Schritt nicht nur das reale Risiko für die Gesundheit des Teams und der Zielgruppe, sondern auch das politische Risiko für unsere Organisation zu bedenken. Das ist eine anstrengende Ausgangssituation. Trotz dieser Umstände ist offensichtlich, dass Projekte wie Habibi.Works für die Betroffenen von großem Wert sind und sich die zusätzlichen Anstrengungen lohnen. Diesen Wert auch den lokalen Behörden vor Augen zu führen und enger mit gleichgesinnten griechischen Projekten zusammen zu arbeiten, wird in den nächsten Wochen wichtiges Ziel sein.
 
Zum Schluss
 
Wir bleiben standhaft. In das neue Kapitel starten wir mit Motivation und Erfahrung. Immer wieder hat sich bestätigt, dass die Gefühle von Sinnhaftigkeit, Würde und Gemeinschaft absolut entscheidend für das menschliche Wohlergehen sind. Habibi.Works leistet einen Beitrag zu allen drei Aspekten - und das ist auch euer Verdienst!
 
An dieser Stelle daher ein riesiges Dankeschön an euch! Ohne eure Unterstützung wäre nichts von alledem möglich gewesen; Ohne eure Unterstützung wären wir nicht mehr hier. Bleibt informiert und bei uns. Wir freuen uns, von euch zu hören!
 
Mit den besten Grüßen aus Griechenland,
 
Mimi und das Habibi.Works-Team
 
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4 Years Habibi.Works - Where do we stand?
Dear supporters,
 
Your project Habibi.Works celebrated its fourth anniversary this August! The anniversary took place in the midst of the corona pandemic and in the midst of profound changes within the project team. We are looking back at four years within which thousands of people passed through the large, blue doors of Habibi.Works and through its workshops to implement countless proud projects and to experience moments of solidarity and enthusiasm. How can the success stories of these four years be put into words? What does the current situation look like? What will be the next steps? This anniversary newsletter provides you with answer to these questions.
 
Creative Atelier and Wood Workshop - 2016 and now

Part 1: Four years of Habibi.Works
 
How to summarise the stories, moments of success and learning of the last 4 years?

When trying to depict the success of Habibi.Works in numbers, the sums are quite impressive. Two examples: 

In the wood workshop - just one of 10 workshop areas in the makerspace - men and women carried out an average of 15 projects per week over the past four years. That is 3120 shoe racks, baby cradles, small tables, stools and boxes. In other words, 3120 objects someone made with their own hands. 3120 individuals left Habibi.Works with an item that improves the living conditions in their shared tents and containers, encouraged at their own ability to change their circumstances in a tangible way.

In the bike repair station, at least 7,280 bicycles have been brought back to life since 2016. That’s 7280 cases in which a person was independent and mobile again, thanks to the possibility of repairing the bikes themselves, free of charge. 
Beyond these numbers, the far-reaching positive impact of the project is unquantifiable. Access to education and people’s mental health are paramount in our context. Success in these areas cannot be calculated by counting the number of Science Wednesday classes or IT workshops, MediaLab sessions or community lunches. We therefore rely on our observations and people’s experience: 100 percent of all the users who participated in an anonymous survey we ran in 2019 confirmed that Habibi.Works had a huge positive impact on their mental health and well-being. 
The project not only affects the lives of the makers, the users of the space. It also has an impact on countless experts, team members of Habibi.Works, their families and the fantastic supporters all around the world. Since the Facebook Community Leadership Project in 2018 and 2019, the network of individuals and like-minded organizations no longer only stretches across Europe, but across the entire globe
Four years is a long life-span for a project in this dynamic, unstable context. This anniversary is definitely a reason to celebrate - and a reason to move into the next chapter full of energy!
Part 2: Current Situation and Outlook - Motivated despite the Challenges
Developments that are currently worrying us are the rising number of corona cases in Greece and the outbreak of the virus in Camp Moria on Lesvos. The atmosphere in relation to migration and asylum is tense and for organizations working with refugees, everyday life is made increasingly difficult by government regulations. But we won't give up!
These days, the first members of a new, large team are landing in Greece, getting ready to be integrated into all areas of Habibi.Works - from coordination to the woodworking workshop, the MediaLab to accounting. We are excited and can hardly wait to tell you about the first steps with the new experts in the next newsletter
In the last few days, some areas inside Habibi.Works are slowly getting busy again, albeit in a very restricted way. For now, all the workshops besides the kitchen will be accessible for two users who will be accompanied by one of our team members overseeing the space. Additional measures like social distancing and wearing masks are also being implemented. We have also implemented a well-structured appointment system to ensure that everyone who has to carry out urgent repairs will have access to the various workshops at least once over the next few weeks.
Two factors that make our day-to-day operations more difficult are, firstly, the tense political situation, and also the greater scrutiny on NGOs. In light of coronavirus, separate standards have already been applied in Greece: one for tourists and locals, and the other for refugees. There are fears that government authorities will use the pandemic to legitimise greater control mechanisms which are not necessarily intended for the protection of vulnerable groups. The fact that the actual health and safety of refugees is not the primary concern was proven with the forced closure of the only Covid quarantine center on Lesvos, originally set up by the organisation Doctors Without Borders. With every step we take, we have to bear in mind not only the real risk to the health of team members and our target group, but also the political risk to our organization. This is a tiring base to operate on. Despite these adverse circumstances, we see that projects like Habibi.Works are of great value to those affected most by the circumstances and the extra effort is worthwhile. Showing the value of our work to the local authorities and collaborating closely with like-minded Greek initiatives will be important goals in the coming weeks.
To conclude

We are moving into the next chapter motivated and with a lot of experience. In Habibi.Works, there is tangible evidence that the feelings of purpose, of dignity and of community are absolutely crucial for human well-being. And it is thanks to you that Habibi.Works contributes to all of these aspects.

At this point, we would like to whole-heartedly thank you. Without you, none of this would have been possible. Without you, we wouldn't be here. Stay informed and stay with us. We are looking forward to hearing from you!

With best regards from Greece,

Mimi and the Habibi.Works-Team
Support Habibi.Works
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

wir hoffen, ihr seid wohlauf und genießt den Sommer. Euer Newsletter im Juli gibt euch einen Überblick über Projekte und Entscheidungen in Habibi.Works und über einige der aktuellen Entwicklungen in Griechenland.
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