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April and May 2020 - Habibi.Works in Times of Covid-19. Continued. 
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Soup and Socks
Habibi.Works im Lock-Down
[Please find the ENGLISH VERSION below]
 
Elske und Joram, das "Science Wednesday Team" bei der Vorbereitung der nächsten Online-Unterrichtseinheit.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, 
 
wir hoffen, euch und euren Lieben geht es gut. Im Laufe der letzten Wochen wurden viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens auf den Kopf gestellt. Die meisten Menschen in Europa haben in ihrem Leben vermutlich nichts Vergleichbares erfahren. Bei dem Versuch, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen, stoßen wir alle im Alltag wahrscheinlich immer mal wieder auf Grenzen. Gerade deshalb ist es schön zu sehen, wie kreativ und beharrlich Menschen sind wenn es darum geht, einander zu unterstützen und konstruktiv an die Herausforderungen heranzugehen. Dieser Newsletter gewährt euch einen Einblick in Projekte und Entwicklungen in Habibi.Works während der landesweiten Ausgangssperre in Griechenland. Ihr findet darüber hinaus einige Links zu einfallsreichen und unterhaltsamen Projekten, die von eurem Team in Griechenland in den Wochen der Ausgangssperre entwickelt wurden. 
Wenn man sich auf den Plattformen sozialer Medien umsieht, reihen sich wie immer Bilder von größeren und kleineren Alltagserfolgen aneinander. In Zeiten von Kontaktverbot und Ausgangssperre vor allem selbst gebackenes Brot, eine neue Yoga Pose, eine neue Sprache, die erlernt wird. All diese Erfolge sind natürlich Grund zu Feiern. Aber mal ehrlich: Die aktuelle Situation und die Ungewissheit, die mit ihr einhergeht, können mitunter ganz schön auf die Stimmung und die Motivation drücken. Auch das Habibi.Works-Team ist - wie vermutlich die meisten anderen in den letzten Wochen -  durch kleine Höhen und Tiefen gegangen.  
Das Phänomen, sich angesichts großer Ungewissheit überfordert zu fühlen, ebenso wie die erstaunliche Ausdauer sich der Situation jeden Tag aufs Neue zu stellen, sind zwei Dinge die wir im Rahmen der Arbeit mit geflüchteten Menschen in den letzten vier Jahre oft beobachtet haben (wenn auch zugegebenermaßen unter anderen Voraussetzungen und mit anderen Ausmaßen). Vielleicht ist das Gefühl der Lähmung angesichts einer ungewissen Zukunft unter uns in den letzten Wochen etwas leichter nachvollziehbar geworden. Nicht zu wissen, wann Dinge wieder einfacher werden; morgen, nächste Woche, in einem Monat, in einem Jahr, ist eine Ausgangsbedingung, unter der es vielen Menschen in Flüchtlingscamps verständlicherweise schwer fällt, die Zeit des Wartens "effektiv" zu nutzen. Aber selbst in dieser schwierigen Situation, ohne klare Perspektive, waren die meisten Handlungen und Interaktion in den vergangenen vier Jahren geprägt von Ausdauer und gegenseitiger Unterstützung. 
Habibi.Works bekommt ein kleines Stück zusätzlichen Grundstücks um Gemüse anzubauen. Hier der Eingang, entworfen und gebaut von unseren Teammitgliedern Charles und Annika. 
Wie im letzten Rundbrief beschrieben, hatte die Habibi.Works Crew am 12. März entschieden, die Türen des Werkstättenprojekts angesichts des neuen Corona Virus vorübergehend zu schließen. Wenige Stunden nach dieser internen Entscheidung folgte die offizielle Aufforderung zur Schließung aller sozialen Zentren und Bildungseinrichtungen von Seiten der griechischen Regierung. Am 23. März trat eine landesweite Ausgangssperre in Kraft, die vor 12 Tagen, am 4. Mai endete. Seither sind alle befugt, sich in kleineren Gruppen innerhalb ihrer Landkreise zu bewegen. Viele Betriebe, Einrichtungen und Geschäfte bleiben allerdings weiterhin geschlossen. Anders als andere europäische Länder hat Griechenland extrem früh reagiert, um mit strikten Maßnahmen einen größeren Ausbruch von Covid-19 zu verhindern. Offiziellen Angaben zu Folge liegen die Zahlen der gesamten Coronafälle von Beginn der Pandemie bis zumn heutigen Tag bei 2810 Fällen - eine Zahl, die in anderen Ländern nicht die Gesamtinfektionen sondern die täglich Neuinfizierten beschreibt. Doch das Gesundheitssystem in Griechenland ist in einem desolaten Zustand. Für die gesamte Bevölkerung stehen je nach Quelle zwischen 500 und 700 Betten in Intensivstationen zur Verfügung. Ein vergleichbarer Ausbruch wie in anderen Ländern musste daher dringend verhindert werden - und ein frühes Herunterfahren des öffentlichen und sozialen Lebens war das Mittel der Wahl. Zumindest fürs Erste scheint diese Maßnahme erfolgreich zu sein.

Die Vorgehensweise der griechischen Regierung wurde von vielen Seiten begrüßt. Es war unumstreitbar sinnvoll einen größeren Ausbruch in Griechenland zu verhindern. Allerdings wurde die Situation von der rechten Regierung auch dazu genutzt, ein nationalistisches Narrativ zu stärken indem sowohl in Bezug auf den Coronavirus als auch auf geflüchtete Menschen von "Feinden" des griechischen Volkes gesprochen wurde. Es gab einen fremdenfeindlichen Angriff auf eine Asylunterkunft im Norden des Landes. Diese Entwicklungen dürfen vor allem im Licht der bereits bestehenden Spannungen entlang der griechisch-türkischen Grenze nicht unterschätzt werden. 
Die aktuellen Entwicklungen haben auch Fragen für das Habibi.Works Team aufgeworfen und neue Herangehensweisen an bestimmte Arbeitsbereiche und Routinen erfordert: Wie sollte man während des lock-downs mit der Zielgruppe in Kontakt bleiben? Wie konnten die vorhandenen Ressourcen genutzt werden, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen? Wie werden sich internationale Reisebeschränkungen und geschlossene Grenzen auf das Projekt auswirken, das ja hauptsächlichen von Menschen aus verschiedenen Ländern Europas getragen wird? Ein im April veröffentlichter Artikel beschäftigte sich mit diesen und weiteren Fragen. 
Internes Training für das Team.
Innerhalb der letzten Wochen war das Team in Habibi.Works damit beschäftigt, Antworten zu finden und Projekte in verschiedenen Bereichen zu entwickeln. In einem großen Gebäude mit zehn Werkstätten und zahllosen Werkzeugen und Maschinen gibt es immer etwas zu reparieren, zu organisieren und zu verbessern. Während einige Teammitglieder sich an diese Aufgaben machten, bildeten andere Arbeitsgruppen um sich der Buchhaltung anzunehmen, Projekte fertig zu stellen oder die Arbeit der vergangenen Monate zu dokumentieren. Darüber hinaus haben wir das MediaLab auf die Produktion von Gesichtsvisieren umgestellt, um medizinische Akteure in der Region zu unterstützen. 
Erste Versuche für Schutzvisiere, Mimi und Tobias arbeiten an Prototypen.
Mary und Oriol kümmern sich um den Garten, neue Ideen für kreative Projekte und einige administrative Aufgaben. 
Um mit der Zielgruppe in Kontakt zu bleiben, wurden kreative, einfallsreiche und unterhaltsame Videos erstellt, sowohl von Teammitglieder vor Ort als auch von Teammitgliedern, die im Rahmen der letzten 4 Jahre Teil des Projekts waren. Angefangen bei den famosen Science Wednesday Sessions über eine neue Kochshow bis hin zu Videoanleitung zur Erstellung selbst gemachter Masken durch unser Home.Work Projekt war alles dabei. 
Ganz viel Elan: Nadia und Joram starten Habibi Bakes. 
Für viele Menschen in den Flüchtlingscamps ist der aktuelle Monat auch ganz unabhängig von Corona eine besondere Zeit: Es ist Ramadan. In verschiedenen kleinen Artikeln auf Facebook und Instagram teilt das Habibi.Works Team Einblicke in das Leben im Camp von Katsikas während dieser Wochen. Zum ersten Mal seit Gründung des Vereins haben wir zudem eine besondere Spendenaktion eingerichtet, um unsere jährliche "Habibi.Winter Kampagne" durch eine Ramadan Kampagne zu ergänzen. Schaut gerne auf der Seite vorbei und teilt die Information mit anderen. Jeder Beitrag, klein oder nicht ganz so klein, macht in diesen Zeiten einen entscheidenden Unterschied : ) 
Wie oben erwähnt, wurden erste Maßnahmen im Land bereits gelockert. Wir sind gespannt daerauf, welche Entwicklungen sich in den nächsten Wochen abzeichnen werden. Ein besonderes Augenmerk wird auf der Situation von Geflüchteten und auf der türkisch-griechischen Grenzregion liegen. Natürlich werdet ihr wie immer auf dem Laufenden gehalten. Meldet euch gerne mit Fragen und Anregungen - wir freuen uns auf eure Nachrichten!

Mit den besten Grüßen aus Katsikas,

Mimi und das Habibi.Works - Team
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Soup and Socks
Habibi.Works in Lock-Down
Our Science Wednesday teachers Elske and Joram planning the online video sessions.
Dear supporters, 
 
We hope you and your loved ones are healthy and well. Looking at the developments in Europe in the last couple of weeks, all aspects of life have been turned upside down. Most of the people who are alive in Europe today have never experienced anything likewise. While trying to make the best out of the situation on a daily basis, we all encounter barriers sometimes. It is beautiful to see how creative and resilient people are when it comes to finding ways to support each other and to make the best of the situation. In this newsletter, we want to fill you in on projects and developments in Habibi.Works during the lockdown here in Greece and you will find a couple of links to original and entertaining projects that have been developed by your team in March and April. 
Looking at different social media platforms, many people have been sharing the highlights, the successful and efficient moments of their new daily routines: The sourdough bread they baked, the yoga pose they managed, the new language they are learning. All these achievements are great. But let’s be honest: The current situation and the uncertainty it brings can weigh heavy on one’s mind sometimes. Within the team that is currently in Habibi.Works, we too had our ups and downs in the last month, as did everybody everywhere. 
The phenomenon of feeling overwhelmed by uncertainty and the incredible resilience people show to face this situation are two things we have witnessed many times when working with people living in refugee camps. From an outside perspective maybe we can begin to understand the paralyzing burden that is caused by an uncertain future. Not knowing when things are going to improve, tomorrow, next week, in a month, in a year. It is a setting that makes it even more difficult for people stuck in refugee camps to use this period of waiting in an efficient way. And still in these uncomfortable conditions, without clear perspectives for the next months or even years, people are resilient, facing their struggle and supporting each other. 
Habibi.Works receives a small piece of additional grounds to grow vegetables. The entry was designed and built by our team members Charles and Annika. 
As you might have learned in the last newsletter, the Habibi.Works crew had decided to close the doors of the maker space on March 12, a few hours before the Greek government announced that educational and community spaces were to remain closed from March 13. On March 23, the country entered into a nation-wide lockdown that ended on May 4; 11 days ago. While everybody is now allowed to move with a limited group of people within their districts again, educational and community facilities are still closed. Differently to other European countries, Greece reacted with strict measures in the very early stages of the coronavirus outbreak. According to official numbers, the total amount of Covid-19 cases in Greece, from the beginning of the pandemic until now, does not exceed 2800 – in other European countries, a similar number doesn’t describe the total cases, but the daily new infections. The health system and medical infrastructure in Greece have been and are in a desolate state. For the entire population of Greece, the country only counts between 500 and 700 intensive care beds (different sources speak of different numbers). An early shut down of all aspects of public and social life was a measure to prevent an outbreak comparable to or even worse than the ones in other European countries – and at least for now, it seems to have been effective. The decisions of the Greek government have been received well by many. While it was definitely reasonable to apply strict rules to avoid a major outbreak in a setting like Greece’s, the situation has been used by the right-wing government to strengthen a nationalist narrative, using vocabulary that describe both the coronavirus and refugees as enemies of the Greek people. There has been a racist attack against an accommodation of asylum seekers in the north of the country. These developments are not to be underestimated, considering the tensions along the Turkish Greek border that increased already in March. 
Capacity building for the team.
The situation created by the pandemic also raised new questions for Habibi.Works and required new approaches to our work and the daily routines: How would we manage to stay in touch with the target group during the lockdown? How could the existing resources be used to support the local communities and infrastructure? How will international travel restrictions affect us, considering the fact that most team members of Habibi.Works are international experts? In April we published a small article dealing with some of these questions. 
Prototyping for the Face Shields; Tobias and Mimi are testing. 
Within the last weeks, we have been busy finding answers to these questions and coming up with projects in different areas. In a huge building with 10 different workshop areas that offer countless tools and machines, there is always something that needs to be repaired, organized, sorted out and improved. Meanwhile, some of our team members formed groups to work on the accounting, some finished projects that had been waiting for their attention for the longest time, others worked on documenting the original projects and stories of the last months. Moreover, we have focused on supporting the medical service providers in the region with face shields manufactured in our MediaLab. 
Our team members Mary and Oriol take care of the garden, creative projects and some administrative tasks. 
In order to stay in touch with the target group of Habibi.Works, creative, inventive and entertaining video tutorials were made by team members on the ground and at home, friends and family. From the famous “Science Wednesday” sessions to a new baking show called Habibi Bakes, to instructions on how to create protection masks with daily-life materials from the Home.Work project. 
Lots of drive: Nadia and Joram launch Habibi Bakes.
For many people living in the nearby refugee camps, it is a special time of year right now: it’s Ramadan. In several Facebook posts, Habibi.Works will share information about Ramadan and how it is celebrated. And for the first time ever, the team decided to launch a fundraising campaign in the time of Ramadan, complementing the seasonal Winter Campaign we have been running for the last three years at Christmas time. Feel free to have a look at the campaign and to spread the word. Every contribution, small or not so small, makes a big difference : ) 
As mentioned above, some of the restrictions in Greece have slowly been loosened in the last days. We are curious to see what the next steps in Greece will look like. Special attention will be paid to the situation of people living in refugee camps and to the situation along the Greek-Turkish border; a topic that has completely disappeared from the media during the last weeks. As always, you will receive insights and updates. Feel free to get in touch any time - we will be happy to hear from you! Until then, stay safe.
 
With warm regards from Katsikas, 
 
Mimi and the Habibi.Works – Team 
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