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Generation 4 in Camp Katsikas
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Soup and Socks
Generation 4 zieht in Camp Katsikas ein
[Please find the ENGLISH VERSION below]
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

14 rote Reisebusse voller Menschen haben am 29. September ein neues Kapitel in der Geschichte von Camp Katsikas eingeläutet. Die Größe des Camps für Geflüchtete hat sich an diesem Tag fast verdoppelt; von rund 500 auf etwa 900 Personen - und weitere Neuzugänge werden erwartet. Das Camp befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Werkstätten unseren aktuellen Projekts Habibi.Works. Woher die Menschen kommen, wie ihre aktuelle Lage aussieht und wie es unserem Team vor Ort mit dieser Entwicklung geht, erfahrt ihr aufgrund der aktuellen Lage gleich zu Beginn dieses Newsletter. Darüber hinaus bringen wir euch in Teil 2 des Newsletter auf den neusten Stand zu Projekten im September und Oktober.  
Teil 1 - Katsikas
Die Männer, Frauen und Kinder, die am 29. September in das Flüchtlingscamp von Katsikas transferiert wurden, waren zuvor allesamt in Moria untergebracht. Moria ist ein Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos, das in den letzten Monaten durch katastrophale Zustände, vierfache Überbelegung und die dramatische Auswirkung auf die psychische Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner von sich reden gemacht hat. Menschen auf der Flucht in Griechenland waren mit einem Mal wieder präsent in den Medien - die schrecklichen Bilder und Berichte führten vor Augen, dass sich die "Krise" an den Außengrenzen Europas keinesfalls aufgelöst hat. 
Der rote Punkt nahe der albanischen Grenze markiert den Standort von Habibi.Works. Der dunkelblaue Punkt rechts, nahe der türkischen Grenze markiert den Standort des Camps Moria auf Lesbos. 
Im Camp von Katsikas erwarten die Betroffenen bessere hygienische Bedingungen und statt in provisorischen Zelten leben sie hier in Containern. Doch nur, weil sie sprichwörtlich durch die Hölle auf Erden gehen mussten, heißt das nicht, dass das Recht verwirkt ist, auch in Katsikas Missstände aufzuzeigen und würdigere Lebensbedingungen einzufordern. Die aktuellen Entwicklungen geben Anlass dazu:
  • Die Interviews in denen überhaupt erst über die Asylanträge der Menschen entschieden wird, die dieser Tage in Griechenland registriert werden, sind für 2021 angesetzt. Wir befinden uns im Jahr 2018. Bis dahin befinden sich die Geflüchteten in einem legalen Limbo. Für Katsikas heißt das unter anderem:
  • Statt in das nahegelegene Dorf Katsikas, plant das Bildungsministerium einen offiziellen Kindergarten in das Flüchtlingscamp hinein zu bauen. Damit ist den Kindern die Chance auf frühzeitige Integration genommen.
  • Nach 2 Jahren stellte die "Sozial-Apotheke" für finanziell schwache Personen mit chronischen Erkrankungen im September 2018 die Bereitstellung von Medikamenten für chronisch kranke Geflüchtete ein.  
  • Nach Oxfam, Ärzte ohne Grenzen und Doctors of the World verlässt gegen Jahresende möglicherweise auch das UNHCR die Region Epirus, da die hiesigen Büros keine Gelder für 2019  mehr erhalten. 
  • Für alle 3000 geflüchteten Menschen in der Region gibt es nur eine kleine Gruppe von Psychologinnen und Psychologen. Auf schwere Traumata, Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und Substanzmissbrauch kann daher nicht adäquat reagiert werden. 
Wie bewegt man sich im Gravitationsfeld dieser schweren und schwierigen Faktoren? Über Jahre hinweg? Diese Frage stellt sich für tausende Menschen. Und sie stellt sich - wenn auch nicht mit der selben Tragweite - für unser Team vor Ort. Wie baut man in einem solchen Kontext ein ums andere Mal Vertrauen auf? Wie geht man mit Themen wie Hoffnungslosigkeit, Frustration, Verlust, Vorurteilen zwischen den verschiedenen Nationalitäten der Geflüchteten um? Wie positioniert man sich kritisch und selbstkritisch innerhalb der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation?
Your long-term team in Habibi.Works: From left to right:
Mimi, Tobi, Kiki, Jannike, Saad, Thomas
Elske, Joram, Becca
Im Gegensatz zu vielen anderen humanitären Projekten geht es bei Habibi.Works nicht um Mildtätigkeit. Sondern um Mut. Die Nutzerinnen und Nutzer werden nicht als Opfer ihrer Umstände betrachtet, sondern ermutigt, Gestaltende derselben zu sein - soweit und wann immer es ihnen möglich ist. Die Anzahl der Regale, Schuhschränke, Kleidungsstücke, Fahrräder, die in Habibi.Works in den ersten Wochen nach einer Neuankunft angefertigt oder repariert werden, könnt ihr euch kaum vorstellen. Aber es geht immer auch um mehr als das. Es geht darum, abends mit einem Schuhregal nach Hause zu gehen, aber auch mit dem Gefühl, selbst etwas bewirkt zu haben. Eigene Entscheidungen getroffen zu haben. Nicht vollkommen machtlos zu sein. Sich nicht in die Opferrolle zu fügen. Nicht aufzugeben. Es geht darum, anderen in einem geschützten Rahmen zu begegnen und zu erleben, dass Menschen an anderen Orten das Leben nach anderen Regeln leben - und dass das vollkommen in Ordnung ist. Es geht darum, voneinander zu lernen. Und es geht darum, die eigenen Talente unter Beweis zu stellen. 

Diese Dinge verändern die Realität hunderter Menschen jeden Tag. Zu sehen, dass das Konzept funktioniert, ist einer der größten Antriebsfaktoren für das Team von Soup and Socks. All das funktioniert nur dank eurer Unterstützung. Daher erlauben wir uns an dieser Stelle, unser Spendenkonto und unseren Spenden-Link direkt unter diesem Absatz einzufügen. Wir wissen, wie lange viele von euch schon Teil des Projekts sind - und wir feiern eure Solidarität jeden Tag! Unterstützt die vierte Generation von Camp Katsikas dabei, in diesem Kontext nicht verloren zu gehen. DANKE!

Verwendungszweck: Soup and Socks + eure Anschrift + E-Mail Adresse (falls ihr eine Spendenquittung benötigt)
Inhaber: Soup and Socks e.V. 
IBAN: DE71672500200009251464 
BIC: SOLADES1HDB 
Kontonummer: 9251464 
BLZ: 67250020 
Institut: Sparkasse Heidelberg
Jetzt spenden!

Teil 2 Projekte und Erfolgsgeschichten aus September und Oktober
Am "World-Cleaning-Day" hatten das Team von Habibi.Works und Kinder und Jugendliche aus Camp Katsikas ein ganz besonderes Ziel: Den Park im nahe gelegenen Dorf Katsikas von Abfällen befreien und einen Beitrag zu einer gesunden, sauberen Umgebung leisten. Wer mehr zu dieser wunderbaren Aktion sehen möchte, wirft am besten einen Blick in das dazugehörige Photoalbum!
Dieses stolze Team, bestehend aus Teammitgliedern von Habibi.Works und Läufern aus verschiedenen Camps für Geflüchtete hat im September erfolgreich den Ioannina LakeRun absolviert - 30km rund um den See von Ioannina!
Gemeinsam mit dem Künstler Ilias Toliadis haben einige Maker aus Habibi.Works in unserer Holzwerkstatt an Ausstellungsstücken für die Biennale der Westbalkanländer in Ioannina gearbeitet. Erfahrt mehr!
Eine ganz besondere Form der Unterstützung stellt dieser Tage für uns das Facebook Community Leadership Program dar! Aus 6000 Bewerberinnen und Bewerbern wurde eines der Gründungsmitglieder von Habibi.Works zusammen mit 114 Projektkoordinator*innen aus aller Welt zu wiederkehrenden Trainings und Netzwerktreffen im Rahmen des einjährigen Programms eingeladen. Teil des Konzepts ist zudem die finanzielle Unterstützung kleinerer Vorhaben innerhalb des existierenden Projekts. Falls ihr mehr erfahren wollt, schaut euch das Video live aus dem Facebook-Hauptquartier in Silicon-Valley an oder werft einen Blick auf die offizielle Webseite des Programms. 
Wie immer freuen wir uns über eure Rückmeldungen, Fragen und Ideen!

Mit besten Grüßen aus Griechenland,

Mimi und das Soup and Socks - Team 
Soup and Socks
Generation 4 moves to Camp Katsikas

[Please find the ENGLISH VERSION below]
Dear Supporters,

On the 29th of September 14 red travel busses full of people marked the beginning of a new chapter in the history of Camp Katsikas. The size of the Camp for refugees almost doubled on this day: from around 500 people to around 900 people, with new arrivals to be expected. The Camp is located in close proximity to the workshops of our current project Habibi.Works. Where the new people come from, how their current situation looks like and how our team on site is dealing with the developments on the ground will be outlined at the very beginning of this newsletter. Moreover, the second part of the newsletter will update you about new projects for September and October in Habibi.Works.  

 
Part 1 - Katsikas

The men, women and children who were transferred on the 29th of September to Camp Katsikas have all been living in Moria. Moria is a refugee camp on the Greek island of Lesvos that has lately been making the headlines due to catastrophic living conditions, quadruple overpopulation and the dramatic implications on the psychological well being of the residents. Suddenly, refugees in Greece were back on the radar of the media; the horrible pictures and reports demonstrated that the "crisis" on the European borders have by no means dissolved. 
 
The red dot near the Alabanian border marks the location of Habibi.Works. The dark blue dot on the right, near to the Turkish border marks the location of the Camp Moria on Levos.
 
In Camp Katsikas, better hygienic conditions and containers await the people affected, rather than tents. Nevertheless, the fact that people had to through hell does not disable them to practice their rights of pointing out grievances and demanding dignified living conditions. The current developments in the region of Epirus raise the following concerns: 
  • People who are getting registered in Greece these days will have to wait until the year 2021 until the interview about their asylum claim takes place. Quick reminder: We are currently in 2018. Until the moment of their interview, the refugees are caught in a legal limbo. For Katsikas that means among other things:
  • Rather than in the nearby village of Katsikas, the Ministry of Education is planning on constructing an official Kindergarden within the Camp. Children living in the Camp lose the chance of early integration. 
  • After two years of supporting financially weak persons with chronic diseases, the "Social-Pharmacy" ceased the provision of medication for chronically sick refugees in September 2018.  
  • After Oxfam, Doctors Without Borders and Doctors of the World, UNHCR might also leave the region of Epirus at the end of the year, since the local offices will apparently not receive funding for the year 2019. 
  • The around 3000 refugees living in the region Eprius are attended by only a small team of psychologists. Hence, there is no adequate response system in place for severe trauma, depression, suicidal behaviour and substance abuse. 
How to you move within the sphere of these heavy and difficult factors? Over years? This question confronts thousands of people. Among them - even if not affected in the same way - the Soup and Socks team on site. How do you build trust over and over again in this complex context? How do you deal with topics of hopelessness, frustration, loss, prejudice between the refugee's different nationalities? Where do you position yourself critically within the current political and social debates? 
 
Your long-term team in Habibi.Works: From left to right:
Mimi, Tobi, Kiki, Jannike, Saad, Thomas
Elske, Joram, Becca
As opposed to many other humanitarian projects, Habibi.Works is about courage rather than benevolence. The users are not seen as victims of their circumstances, but they are encouraged to create and shape their circumstances whenever possible. The amount of shelves, shoe racks, bicycles that have been built or repaired in the first weeks after the arrival of the newcomers is impressive. But it is always about more than the objects created. By the end of the day, you go "home" with the object you are in need of - but moreover with the feeling of having produced something independently; making decisions; not being completely powerless; not feeling like a victim; not giving up. It is about meeting, encountering and sharing experience in a safe and protected environment and acknowledging that people from different places follow different rules and philosophies in life; which is completely fine. It is about learning from each other and demonstrating your talents and abilities. 

These things change the reality of hundreds of people every day. To see that this concept works is what drives the team of Soup and Socks. All of this is possible thanks to your support. This is why we take the liberty at this point to insert our donation account and the direct donation link. We know how long many of you have been part of this project and we celebrate your solidarity every day! Support the fourth generation of Camp Katsikas not to get lost in this context. THANK YOU!

Reason for Transfer: Soup and Socks + our address + E-Mail address (in case you require a donation receipt)
Owner: Soup and Socks e.V. 
IBAN: DE71672500200009251464 
BIC: SOLADES1HDB 
Account Number: 9251464 
Sort Code: 67250020 
Bank: Sparkasse Heidelberg
Donate now!

Part 2 Projects and Success Stories from September and October
On "World-Cleaning-Day" the team of Habibi.Works and children and teenagers from Camp Katsikas had a specific goal: Pick up trash in the park in the nearby village of Katsikas to contribute to a healthy, clean environment. Whoever wants to see more about this very important action, take a look at the corresponding photo album!
 
This proud team, consistent of team members of Habibi.Works and runners from different refugee camps, has successfully completed a 30km run around the lake of Ioannina in September - Ioannina LakeRun!
 
Together with the artist Illias Toliadis, a few makers in Habibi.Works built exhibition pieces in the wood workshop for the Biennale of the Western Balkans in Ioannina. Learn more! 
A special form of support is coming these days from the Facebook Community Leadership Program! From 6000 applicants, one of the founding members of Habibi.Works was chosen to participate in trainings and networking opportunities in the scope of a one year's programme, which brought together 114 project coordinators from all around the world. Part of the concept is additional financial support of small ventures within the existing project. In case you would like to know more have a look at the live video from the Facebook Headquarters in Silicon-Valley or have a look at the official website of the programme. 
 
As always we are happy about your feedback, questions and ideas!

Sincere greetings from Grecce,

Mimi and the Soup and Socks - Team 
Donate now!
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