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Fachinformation 2/2021

Liebe Interessierte,  

mit dem Equal Care Day am 01.03., dem Internationalen Frauentag am 08.03. und dem Equal Pay Day am 10.03. gab es im März so einige Anlässe, um auf bestehende Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen und sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.

Diese Ausgabe soll auch ganz den Frauen und dem Thema Gleichstellung gehören.

Dennoch wollen wir nicht vergessen, dass die Internationalen Wochen gegen Rassismus seit dem 15. März in Dresden laufen. Da passt es doch, dass die Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Sachsen endlich online geht. Auch erwähnenswert, die AWO in Freiberg setzt mit der Veröffentlichung ihres Hijabi-Kurzfilms ein Zeichen gegen anti-muslimischen Rassismus. Mehr hierzu erfahren Sie weiter unten.

Fakten-Check Gleichstellung: Was sagen Sie dazu?

 
Die Landesfachstelle IKÖD unterstützt das Engagement um Gleichstellung und gab über ihre Social Media Kanäle einen Anlass zur Reflexion. Mit Fakten und Infos zu Teilzeitbeschäftigung, Frauen und Rente, unbezahlte Sorgearbeit oder Frauen in der Politik hoffen wir, Aha-Effekte bei unseren Leser*innen erzeugt zu haben. Schauen Sie sich den Fakten-Check mit den dazugehörigen Statements von Persönlichkeiten aus Sachsen an.

Die LFS IKÖD fragt…

Welche konkreten Maßnahmen braucht es, um die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu schließen? Und wie können höhere Löhne für unterbezahlte „Frauenberufe“ erreicht werden? Wie aktuell ist der Frauentag heute noch?

Die Landesfachstelle IKÖD fand Antworten auf diese Fragen bei: Staatsministerin Petra Köpping, Staatsministerin Katja Meier, Staatsminister Martin Dulig, SPD-Bundestagskandidatin Rasha Nasr und Jana Paulsen, Geschäftsführerin der AWO SPI Soziale Stadt und Land Entwicklungsgesellschaft mbH.

Zu den Interviews

AWO begrüßt Schulgeldfreiheit für Gesundheitsfachberufe & Branchentarifverträge als Antwort auf niedrige Löhne

 
Die Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist die mit Abstand größte Wirtschaftsbranche in Deutschland. Allein die Gesundheitswirtschaft beschäftigte im Jahr 2016 einschließlich ambulanter und stationärer Altenpflege sogar 7,4 Millionen Menschen und hatte damit etwa so viele Erwerbstätige wie das gesamte verarbeitende Gewerbe in Deutschland zusammen. Aufgrund der derzeitigen Unattraktivität von Gesundheitsfachberufen dürfte sich diese Zahl mittlerweile weiterentwickelt haben. Die von Frauen dominierten Berufe sind dabei doppelt betroffen, von Schul- und Ausbildungsgeld und geringerer Entlohnung.
 
Gerade auch im Hinblick auf das Thema Fachkräfteentwicklung und beruflicher Nachwuchs, müssen wir über bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen und damit über die Attraktivität dieser Berufe reden. Wir stehen im Wettbewerb um junge Menschen, die nach Schulende die Entscheidungen treffen, sich später einmal beruflich in Industrie- und Handwerk, in Landes- und Kommunalverwaltungen oder eben in der Sozialen Arbeit zu orientieren. Es ist kein Geheimnis, dass der letztere Bereich aus benannten Gründen, nicht die erste Wahl für junge Menschen ist.
 
Die AWO in Sachsen steht zur tariflichen Entlohnung und ist dabei an die derzeitigen Rahmenbedingungen gebunden. Der Branchentarifvertrag in der Altenpflege wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu einer anständigen Bezahlung und damit zu besseren Arbeitsbedingungen, einer Entlastung der Pflegekräfte und einem Ende des Fachkräftemangels gewesen. Die Situation der Pflegefachkräfte in der Altenpflege ist seit Jahren mehr als angespannt. Ein trauriger Tag für die Pflege, ist das Fazit der AWO zur Ablehnung des Branchentarifvertrags. „Altenpflegekräfte sollen und müssen endlich besser bezahlt werden, ein fairer Wettbewerb, der nicht über die Löhne geführt wird, muss etabliert werden. Ein für alle geltender Branchentarifvertrag hätte das erreichen können“, so Margit Weihnert, Vorsitzende des AWO Landesverband Sachsen.

Liga Position: Gerechte Entlohnung von gleicher und gleichwertiger Arbeit

Die Sächsische Staatsregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag 2019 - 2024 unter anderem dem Thema Gleichstellung angenommen. Deutlich benannt ist der Abbau „geschlechtsspezifischer[r]  Entgeltstrukturen“ mit dem Ziel einer „gerechten Entlohnung von gleicher und gleichwertiger Arbeit“ sowie die Überwindung der „Geschlechtstypik von Tätigkeiten“

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen verabschiedete kürzlich eine Position, in der sie den Weg der Sächsischen Regierung begrüßt, aber auch Ungerechtigkeiten benennt und zum schnellen Handeln auffordert. Politik und Gesellschaft tragen Verantwortung, gerechte und wertschätzende Entlohnung in allen Branchen zu erreichen.

Die Position der Liga lesen Sie hier.

Endlich: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Sachsen geht online

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM-Institut) führt aktuell die Studie „Diskriminierung erlebt!? Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Sachsen“ durch.

Mit dieser Online-Umfrage werden in Sachsen erstmals verschiedene Formen von Diskriminierung erfasst, und dies nicht nur entlang der 6 Kerndimensionen (Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Religion und physische und psychische Fähigkeiten), sondern mit inbegriffen sind auch Diskriminierungserfahrungen aufgrund des sozioökonomischen Status oder der Lebensweise.

Ziel der Studie ist es, die Erfahrungen als auch Unterstützungsbedarfe der Menschen in Sachsen zu erkennen, um zukünftig einen besseren Schutz vor Diskriminierung zu begünstigen. Auch dient sie dazu, Beratungsstellen darin zu unterstützen, ihr Angebot besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Personen, die Diskriminierung erleben, zuzuschneiden.

Hierzu braucht es die Teilnahme eines möglichst großen Teils der Bevölkerung, um ihre diversen Lebenserfahrungen mit einbeziehen zu können.

Weitere Infos zur Studie wie auch Flyer in unterschiedlichen Sprachen finden Sie hier.

Die Umfrage erreichen Sie unter: www.diskriminierung-sachsen.de.

AWO gegen Rassismus: AWO Hijabi Film

 
Unterdrückung, Diskriminierung, zwingend und rückständig – ist das wirklich das Kopftuch? - Diese Frage bildet den Einstieg in den Kurzfilm AWO Hijabi der AWO Freiberg, der ein Zeichen gegen anti-muslimischen Rassismus setzt. Veröffentlicht wurde der Film kürzlich im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Die ersten Treffen der Gruppe „Hijabi-Gang“ waren sehr emotional und gleichzeitig so empowernd, denn die Jugendlichen, welche Produzentinnen und Protagonistinnen dieses Kurzfilms sind, wollen aufklären und zum gemeinsamen Dialog anregen. In ihrem Film wird deutlich, wie weit Vorurteile und Zuschreibungen von der Realität der muslimischen Frauen entfernt liegen. Den Film sehen Sie hier.

Entstanden ist der Kurzfilm im Rahmen unseres mittlerweile abgeschlossenen Projektes "AWO ländlich BUNT" – ein Projekt zur Förderung der Jugendbeteiligung in Sachsen. Den Projektbericht als Broschüre finden Sie als PDF hier.
Wir hoffen, Ihnen hat's gefallen. 
Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage. 
Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund!

Das Team der AWO Landesfachstelle Interkulturelle Öffnung & Diversität Sachsen
AWO Landesverband Sachsen e.V.
Landesfachstelle Interkulturelle Öffnung und Diversität
Devrientstraße 7
01067 Dresden
0351 84704-0
Landesfachstelle.IKOED@awo-sachsen.de
Julia Schieferdecker – Janin Eissing – Tamine Carvalho – Ilko Keßler

Illustrationen: Catharina Feißt
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